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WANDBILD U BAHN

U Bahn Wandbild „Das Werden der Natur“

In der U Bahn Station Volkstheater Im oberen Teil des U3-Bahnsteigs befindet sich an drei Seiten das Wandbild „Das Werden der Natur“ von Anton Lehmden.
Lehmden wurde 1987 von den Wiener Linien beauftragt, diese Station künstlerisch auszugestalten, fertiggestellt wurde die Arbeit 1991 als erstes U-Bahn-Kunstwerk in Wien. Das zentrale Bild an der Stirnwand stellt den Urknall und die Entstehung des Universums dar, wobei dieses Bild bewusst heller als die übrigen ist. An den Seitenwänden wird in je fünf Tafeln die Entwicklungsgeschichte der Natur dargestellt. Die linke Seite wird von horizontalen geologischen Schichten und der Trennung von Erde und Wasser dominiert, die rechte Seite stellt die Evolution dar und ist bewusst dynamischer gehalten.
Die elf Originalbilder Lehmdens wurden zunächst fotografisch reproduziert und vergrößert, anhand dieser Vorlage wurde das Bild als Mosaik gefertigt. Absolventen einer Mosaik-Schule in Spilimbergo bei Udine kamen nach Wien und führten das Werk in zweieinhalbjähriger Arbeit aus. Insgesamt wurden vier Millionen fingernagelgroße Mosaiksteine verlegt, die Gesamtfläche des Wandbilds beträgt 360 m².*
*(Wikipedia)

Wieland Schmied

über das Werk „Entwicklungsgeschichte der Natur auf Erden: Entstehung des Universums aus dem Urknall“

Wiener U Bahn, Station Volkstheater, 1987-1991

Das Bild der Natur, das Anton Lehmden in seiner Malerei (wie in seiner Graphik) entwickelt hat, hat ihn geradezu zu dem Auftrag prädestiniert, den ihm die Wiener Linien im Jahr 1987 erteilt haben: die U-Bahn-Station „Volkstheater“ mit einem Kunstwerk auszustatten, das den Titel tragen sollte: „Entwicklungsgeschichte der Natur auf Erden: Entstehung des Universums aus dem Urknall“ – ein gewaltiges Thema! Und genau das richtige für die Kunst von Anton Lehmden.

Der Künstler hat die Realisierung gelöst, indem er sein Werk in drei voneinander relativ unabhängige, nicht unbedingt gleich große Teile gliederte und den Urknall und seine Folgen von der Naturgeschichte der Erde trennte. Der Entwicklungsgeschichte der Natur sind die flächenmäßig größeren Seitenwände gewidmet, parallel zu den ankommenden und abfahrenden Zügen der U-Bahn. Die Stirnwand dagegen – unter der die Züge hindurch rauschen – ist dem Urknall und der Entstehung des Universums vorbehalten. Alles in allem sind es elf Tafeln, die sich folgendermaßen verteilen: fünf an der linken Wand, eine von größerer Breite (und selbst wieder untergliedert) an der Stirnwand der Station, fünf an der rechten Wand.

Es galt, eine Fläche von insgesamt mehr als 360 m2 zu füllen.
Anton Lehmdens Kunst kulminiert in den Wandbildern, die er für diese U-Bahn-Station geschaffen hat. Obgleich manche der im Format bedeutend kleineren Arbeiten (vor allem aus den 1950er und 1960er Jahren) ihrem bildnerischen Konzept nach komplexer sind – hier hat er die Summe seines Lebenswerkes gezogen. Und es überzeugt.

© Fotos Wegscheidler