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WERK

Sein Umfeld

Angeregt durch seine Liebe zur chinesischern Landschaftsmalerei, beschäftigte Anton Lehmden sich in den Anfängen vorwiegend mit dem lyrischen Moment in der Landschaft. Bald aber kam Bewegung in die vermeintliche unveränderliche Erdkugel – Landschaften fallen, stürzen, bersten, atmen hier plötzlich. Lehmdens Fenster ins Erdinnere, seine Schächte und Gräben sind aber gleichzeitig auch Fenster in die Vergangenheit, sie machen die Zeitlichkeit und die Zeitmaße sichtbar.

Noch wichtiger fast erscheint jedoch die Architektur, der Lehmden auf seinen Reisen begegnete. Etwa die Pyramiden von Gizeh, die die umliegende Landschaft in den Hintergrund drängen, sie veredeln – als ob die Erdkugel bloß noch als Fassung für diesen Edelstein fungieren würde – die Architektur als Krönung der Landschaft. Lehmdens Landschaften sind nicht „idyllisch“, es sind Augenblickslandschaften.

Die Zeit wird angehalten und ihre Maße werden sichtbar. Wie die geborstenen Massen im Augenblick der Eruption vor ihrem Sturz in die Tiefe in einem Schwebezustand verharren, so verhält sich die Welt im Augenblick der Nachdenklichkeit des Malers. Seine Bilder bleiben in der Schwebe … dieser Schwebezustand zwischen Vergangenheit und Zukunft ist vielleicht das Thema aller Bilder Anton Lehmdens.“ (Zitat Prof. Dr. Hanns Holländer, Institut für Kunstgeschichte Aachen 1984)

Später dann ein Chaos aus Fleischfetzen, Gedärmen, Rauchsäulen… Die apokalyptischen Pferde als ewiggültige Metapher für niemals endenwollende Zwietracht: obgleich längst schon tödlich getroffen – blutend nicht nur sondern bereits zerfallend und sich auflösend – jagen sie dennoch gnadenlos fortpflanzungswillig durch die Landschaft. „Die Betrachtung seiner Malweise legt den Begriff Kraftfeld nahe, denn sie ist darauf angelegt nicht nur Strukturen heraus zu präparieren, sondern auch Bewegungsvorgänge zu evozieren, deren Ursachen als Sog und Wirbel, als Zusammenspiel antagonistischer Kräfte sichtbar werden.“

 

Sakrale Kunst

Anton Lehmden‘s Beziehungen zu den Weltgegenden der Antike, zu Ägypten, Italien, Anatolien sind sehr intim. Er lebte als junger Künstler in Rom und Istanbul und bereiste die Länder am Mittelmeer, studierte deren Landschaften, Kultur- und Geistesgeschichte und ließ sich in seinem künstlerischen Schaffen auf die Reflexion des Altertums ein. (Sakrale Kunst weiterlesen)

 

U Bahn Wandbild „Das Werden der Natur“

In der U Bahn Station Volkstheater Im oberen Teil des U3-Bahnsteigs befindet sich an drei Seiten das Wandbild „Das Werden der Natur“ von Anton Lehmden. Lehmden wurde 1987 von den Wiener Linien beauftragt, diese Station künstlerisch auszugestalten, fertiggestellt wurde die Arbeit 1991 als erstes U-Bahn-Kunstwerk in Wien. (U Bahn Wandbild weiterlesen)